Überregional : Polizei im Dialog mit Forschung und Zivilgesellschaft
- veröffentlicht am 10.06.2026
- Polizeibericht
- Überregional
Potsdam. Wie können demokratische Institutionen und die Zivilgesellschaft auf zunehmende totalitäre und extremistische Strömungen reagieren? Mit dieser Frage beschäftigten sich heute Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft beim sechsten Fachdialog des Polizeipräsidiums Land Brandenburg in Potsdam.
Unter dem Titel „Totalitäre Strömungen in der gefährdeten Demokratie – Herausforderungen für Polizei und Zivilgesellschaft“ wurden aktuelle Entwicklungen im Spannungsfeld von Sicherheit, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt erörtert. Ziel der Veranstaltung war es, Herausforderungen zu analysieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Handlungsansätze für die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu entwickeln.
Polizeipräsident Oliver Stepien betonte:
„Demokratie ist kein Zustand, den man einmal erreicht und anschließend verwaltet. Sie muss jeden Tag gelebt und verteidigt werden. Die Polizei schützt dabei nicht nur Menschen durch Gefahrenabwehr und Strafverfolgung, sondern auch die Rahmenbedingungen eines friedlichen und rechtsstaatlichen Zusammenlebens. Der Dialog zwischen Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist deshalb wichtig, um gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden.“
Die Veranstaltung wurde von Oberpsychologierat Jan-Gerrit Keil vom Landeskriminalamt Brandenburg moderiert. Fachliche Impulse lieferten PD Dr. habil. Steffen Kailitz vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, Prof. Dr. Anna-Bettina Kaiser von der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Daniela Trunk von der Hochschule der Polizei Brandenburg sowie Markus Klein vom Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung demos.
In Vorträgen und Workshops befassten sich die Teilnehmenden unter anderem mit den Themen „Totalitarismus heute: Von Denk- und Herrschaftslogik zur Ideokratie“, „Demokratie unter Druck: Schützt uns das Recht?“, „Totalitarismus und Sicherheitsorgane“, „Totalitarismus und Justiz“ sowie „Totalitäre Strömungen in Politik und Gesellschaft“. Die Ergebnisse wurden anschließend im Rahmen einer Podiumsdiskussion zusammengeführt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für Polizei und Zivilgesellschaft diskutiert.
Hintergrund
Der Fachdialog des Polizeipräsidiums Land Brandenburg findet seit 2017 regelmäßig statt. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Polizei, Justiz, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren und den fachübergreifenden Austausch zu fördern.