Am heutigen Mittwoch, den 14. Oktober 2026, fand zwischen 10 und 15 Uhr am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eine gemeinsame Notfallübung der Polizei des Landes Brandenburg und der Flughafengesellschaft statt. Für Reisende und die Öffentlichkeit bestand keine Gefahr. Der Flughafenbetrieb am BER wurde dadurch nicht beeinträchtigt.
Das Übungsszenario war frei erfunden: Während eines fiktiven Staatsbesuchs eskaliert eine Demonstration im Umfeld des Flughafens. Demonstrierende versuchen, die Ankunft des Staatsgastes zu stören. Die Lage spitzt sich in mehreren Stufen zu, unter anderem mit Bränden, einer Sitzblockade, Auseinandersetzungen mit Verletzten und einem Durchbruch des Zauns zum Luftsicherheitsbereich des Flughafens.
Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit zwischen Flughafenbetreiber, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und weiteren beteiligten Stellen unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben. Im Fokus standen die Koordination der Einsatzkräfte, die Lagebewältigung bei mehreren parallelen Ereignissen sowie der Schutz kritischer Flughafeninfrastruktur.
„Die Sicherheit von Passagieren, Mitarbeitenden und Gästen hat für uns höchste Priorität. Mit der heutigen Notfallübung überprüfen wir gemeinsam mit unseren Partnern, ob unsere Prozesse, Kommunikationswege und Entscheidungsstrukturen auch in komplexen und dynamischen Lagen funktionieren. Solche Übungen sind ein wichtiger Baustein, um für außergewöhnliche Ereignisse bestmöglich vorbereitet zu sein“, sagte István Szabó, Geschäftsführer Operations der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.
Polizeivizepräsident Jan Müller ergänzte: „Eine solche Vollübung ist wichtig, um das Zusammenspiel der beteiligten Kräfte unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben und wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall zu gewinnen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen eingesetzten Kräften der Polizei Brandenburg sowie unseren Partnern am BER und allen weiteren Beteiligten für ihr großes Engagement, die professionelle Zusammenarbeit und die sorgfältige Vorbereitung und Durchführung der Übung. Der Wert einer solchen Übung ist es, Schwachstellen zu erkennen, Abläufe kritisch zu hinterfragen und daraus die richtigen Schlüsse für zukünftige Einsatzlagen zu ziehen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen uns, unsere Abläufe weiter zu optimieren und für mögliche Einsatzlagen bestmöglich vorbereitet zu sein.“
In die Übung eingebunden waren Mitarbeitende der Flughafengesellschaft, der Polizei des Landes Brandenburg sowie weitere Behörden und Organisationen. Insgesamt nahmen rund 350 Einsatzkräfte, 300 Komparsen sowie 200 weitere Übungsbeteiligte wie Übungssteuerer, Schiedsrichter und Beobachter an der Übung teil. Die Polizei des Landes Brandenburg beteiligte sich unter anderem mit der Bereitschaftspolizei, der Kriminalpolizei, einem Einsatznachsorgeteam sowie Kommunikationseinheiten.
Im Anschluss an die Übung werden die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam ausgewertet. Festgestellte Optimierungspotenziale sollen genutzt werden, um die bestehenden Einsatz- und Kommunikationsabläufe kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Notfallübungen dieser Größenordnung sind für Verkehrsflughäfen nach Vorgaben der International Civil Aviation Organization (ICAO) und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) mindestens alle zwei Jahre vorgeschrieben. Sie dienen dazu, Notfall- und Krisenmanagementprozesse an Verkehrsflughäfen zu überprüfen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.