Überregional : Gemeinsame Pressemitteilung: Festnahme nach Rinderdiebstählen
- veröffentlicht am 23.09.2026
- Polizeibericht
- Überregional
Potsdam/Polen. Nach dem Diebstahl von über 200 Rindern im Land Brandenburg konnten nach umfangreichen und über mehrere Monate geführten Ermittlungen der eingerichteten Ermittlungsgruppe Weide zwei Tatverdächtige identifiziert und am 17.09.2026 in Polen sowie an der Raststätte Berstetal an der BAB 13 festgenommen werden. Dabei handelt es sich um zwei polnische Männer im Alter von 46 und 41 Jahren. Hintergrund der polizeilichen Maßnahmen ist ein Ermittlungsverfahren unter Sachleitungsbefugnis der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wegen schweren Bandendiebstahls in Zusammenarbeit mit der Niederschlesischen Außenstelle der Landesstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und Korruption in Breslau.
Aufgrund einer europäischen Ermittlungsanordnung der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) konnten Ermittler des Landeskriminalamtes gemeinsam mit Kräften des Zentralen Ermittlungsbüros CBSP Breslau am 17.09.2026 mehrere Objekte in der Woiwodschaft Lebus im Landkreis Sagan durchsuchen. Dabei wurden mehrere mutmaßlich gestohlene Rinder sowie zahlreiche Beweismittel fest- und sichergestellt.
Zur fachgerechten Identifizierung der aufgefundenen Tiere kamen Amtstierärzte aus Deutschland und Polen zum Einsatz, die mithilfe von Haarproben einen Abgleich mit in Deutschland befindlichen Datenbanken möglich machen.
Die Ermittlungen dauern an.
Die beiden Tatverdächtigen stehen im Verdacht, die Tiere im Zeitraum von März bis Mai dieses Jahres in Viehtransporter verladen und anschließend nach Polen gebracht zu haben. In der Folge wurden die Tiere möglicherweise umetikettiert und in Polen neu angemeldet.
Gegen den in Brandenburg festgenommenen 46-jährigen Beschuldigten erließ das Amtsgericht Cottbus auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 18.09.2026 einen Haftbefehl. Er befindet sich in einer Justizvollzugsanstalt.
Gegen den 41-jährigen Beschuldigten, der in Polen festgenommen wurde, ist Untersuchungshaft angeordnet worden.
Minister des Innern und für Kommunales Dr. Jan Redmann
„Brandenburgs Polizei und unsere polnischen Partner haben gesprochen: Nacht und Nebel sind kein gutes Versteck, erst recht nicht für Viehdiebe. Die Ermittler auf beiden Seiten der Grenze haben hervorragende Arbeit geleistet. Vier Monate haben sie nicht lockergelassen und sind dafür belohnt worden. Der Ermittlungserfolg ist nicht bloß eine neue Zeile in der Statistik. Er bringt den bestohlenen Bauern Gerechtigkeit. Heute ist Brandenburg ein Stück sicherer.“
Polizeipräsident Oliver Stepien
„Viehdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern bedeutet mitunter einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Geschädigten. Ich bin daher sehr froh, dass es der eingerichteten Ermittlungsgruppe gelungen ist, viele einzelne Spuren zu einem Bild zusammenfügen und Tatverdächtige zu ermitteln. Dieser Ermittlungserfolg zeigt eindrücklich, wie wichtig eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist. Unsere hervorragende Kooperation mit den polnischen Partnern war dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen in Brandenburg und Polen sowie den beteiligten Staatsanwaltschaften, die mit großer Beharrlichkeit und Professionalität ermittelt haben.“
Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Hanka Mittelstädt
„Ich danke den Polizeibehörden für diesen Ermittlungserfolg. Das ist für alle Tierhalter und den ländlichen Raum eine sehr gute Nachricht. Die Rinderdiebstähle haben die Betriebe emotional und wirtschaftlich hart getroffen, und die verstärkten Kontrollen haben Wirkung gezeigt.“
Hintergrund:
Im Frühjahr 2026 wurden über 200 Rinder in verschiedenen Landkreisen gestohlen, am 29.03.2026 in Rabenstein/Fläming, Ortsteil Zixdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark), am 21.04.2026 in Uebigau-Wahrenbrück, Ortsteil Langennaundorf (Landkreis Elbe-Elster), von Januar 2026 - 06.05.2026 in Vetschau/Spreewald, Ortsteil Raddusch (Landkreis Ober-Spreewald-Lausitz) und vom 11.05.2026 - 12.05.2026 in Schenkendöbern, Ortsteil Hammer (Landkreis Spree-Neiße).
In der Folge richtete das Landeskriminalamt die Ermittlungsgruppe Weide mit acht Mitarbeitern ein. Die Beamtinnen und Beamten werteten akribisch Spuren aus, rekonstruierten Tatabläufe und arbeiteten eng mit anderen, insbesondere den polnischen Behörden zusammen. Darüber hinaus wurden landesweit Schwerpunktkontrollen unter Beteiligung der Veterinärämter durchgeführt. Ein im Juni veröffentlichter Zeugenaufruf erbrachte eine untere zweistellige Zahl an Hinweisen, darunter Zeugenangaben zum mutmaßlich genutzten Tatfahrzeug.